Arboretum Poortbulten

Ein Wandergebiet und gleichzeitig eine einzigartige Schulung der Natur, daß ist das Parklandschaft Arboretum.

In unserer Sommerserie „Niederlande entdecken“ mit Tipps für den Kurzurlaub bei den Nachbarn, stellten wir in diesem Beitrag das Arboretum „Poort Bulten“ in De Lutte vor. Wenn Bäume miteinander kommunizieren, wie es etwa der Förster und Buchautor Peter Wohlleben beschreibt, wäre dieser Austausch im Arboretum Poort Bulten vermutlich besonders aufschlussreich. Mit seinen 2500 einheimischen und exotischen Pflanzen, aufgeteilt auf 1000 Sorten, gilt diese Einrichtung als eine der schönsten Baum- und Sträuchersammlungen der Niederlande. Die grenznahe Parklandschaft ist das ganze Jahr über frei zugänglich und bietet für Jung und Alt eindrucksvolle Naturerlebnisse. Eine besondere Ruheoase Im niederländischen De Lutte geht es beschaulich zu. Das Zentrum der 3500 Einwohner zählenden Ortschaft wird von ansprechenden Restaurants mit Außengastronomie geprägt. Eine besondere Ruheoase befindet sich am südlichen Ortsrand - Das ganzjährig frei zugängliche Arboretum Poort Bulten. Das lateinische Wort „arbor“, von dem sich der Begriff „Arboretum“ ableitet, bedeutet „Baum“, und genau von diesen gibt es besonders prächtige auf dem weitläufigen Areal zu bestaunen. Das imposanteste Exemplar stellt ein kalifornischer Riesenmammutbaum dar. Eindruck machen aber auch mächtige Rosskastanien, ausladende Platanen und der nordamerikanische Silber-Ahorn. Gut ausgebautes Wegenetz. Ein gut ausgebautes Wegenetz erschließt das Gelände, auf dem die Bäume in Einzelstellung oder in Gruppen gedeihen. Exotische Akzente setzten auch der chinesische Ginko, der weiße Maulbeerbaum sowie japanische Fächerahorne und Linden. Einer Urzeitlandschaft gleicht das Nordamerika-Areal, wo unter anderem die Arizona-Tanne prächtig gedeiht. Für farbige Akzente sorgen die im Arboretum großflächig vertretenden Rhododrendren, von denen vor allem die rot-orange Feuerwerk-Azalee die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Fast alle Pflanzen sind mit einem mehrsprachigen Informationsschild versehen. Manche Sorten lassen sich nur hier finden. Diese dürfen deshalb die Bezeichnung „Poort-Bulten“ in ihren Namen führen.

Außergewöhnliche Pflanzen Auch auf den gemähten Rasenflächen können Besucher spazieren gehen und sich den außergewöhnlichen Pflanzen nähern. Einige Flächen werden nur einmal im Jahr gemäht und bieten dadurch für Insekten einen idealen Lebensraum. Die große Anzahl von teilweise seltenen Vögeln auf dem Gelände hängt mit diesem Nahrungsreichtum zusammen. Zudem gibt es im Arboretum 60 Nistkästen, die von Aktiven der „Vogelwerkgroep“ aus dem nahen Ort Losser betreut werden. Waldkauz und Kleiber brüten hier ebenso wie Grau- und Trauerschnäpper. Auch mehrere Bienenstöcke sind zu finden. Angesichts des rasanten Artenschwunds in Mitteleuropa leistet das Arboretum so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Einzelpersonen oder Unternehmen und Organisationen können die Einrichtung zudem durch die Übernahme einer Baumpatenschaft unterstützen und damit zur Pflege und Instandhaltung des Arboretums beitragen. Aktive Naturfreunde Zahlreiche Ehrenamtliche sind mit dieser Aufgabe betraut, darunter etwa Mitglieder der Regionalgruppe des Instituts für Naturbildung und Nachhaltigkeit aus Losser (Instituut voor natuureducatie en duurzaamheid, IVN). Die Gruppe der landesweit aktiven Naturfreunde-Organisation kann für ihre Aktivitäten auch das Informationszentrum im Arboretum nutzen. In diesem sind regelmäßig Ausstellungen zu sehen, zudem ist es ein Anlaufpunkt für Besuchergruppen und Schulklassen, etwa im Rahmen von Führungen. Das Gelände wird dadurch zu einem verbindenden Lern- und Erfahrungsort für alle Generationen. Verwaltet wird das Arboretum von der Regio Twente, dem Zusammenschluss der 14 Gemeinden, die zusammen die Region Twente bilden. Naturnahe Teichlandschaft Weniger spektakulär als die Baumriesen, aber ebenfalls sehr sehenswert, präsentiert sich die 1992 angelegte, naturnahe Teichlandschaft. Besonders im milden Abendlicht lässt sich hier, auf einer der zahlreichen Bänke, die friedliche Stimmung genießen. Verstreut sind rund um die Teiche auch Gruppen von Findlingen aus der letzten Eiszeit zu finden, die sich passend in das Panorama einfügen. (Weiterlesen: Natur Pur für Jung und Alt im Gebiet Lutterzand)

Die Initiative zur Realisierung des Arboretums ergriffen 1910 der Oldenzaaler Textilfabrikant A. J. H. Geldermann und seine Ehefrau. Den Park legten sie zunächst als Pinetum an, ein Bestand von Nadelbäumen in einer Heidelandschaft. 1912 beauftragte Geldermann den bekannten Gartenarchitekt Leonard A. Springer, um den Park mit Bäumen aus der ganzen Welt zu gestalten. Nach und nach entwickelte sich dann die bemerkenswerte Sammlung. Im Zweiten Weltkrieg stark vernachlässigt, wurde 1948 die Parkrestaurierung in Auftrag gegeben. Nach der Übernahme durch den Gemeindeverbund im Jahr 1973 wurde die Wiederherstellung abgeschlossen. 2016 eröffnete im Eingangsbereich des Arboretum das Restaurant „Schenkerij Poort Bulten.“ Das lichte, architektonisch ansprechende Gebäude fügt sich perfekt in die Umgebung ein und bietet mit seinem Außenbereich lauschige Plätze im Schatten der stillen Riesen.

Kontaktinformation

 

Lossersestraat 68
7587 PZ De Lutte

Einrichtungen

Erreichbarkeit
  • Hilfehunde erlaubt
  • Rollstuhl zugänglich
  • Toilette benutzbar
  • Zugänglich für elektrische Rollstühle

Empfehlen Sie Ihren Freunden

facebook twitter